Energie aus Müll, Kinder statt Autos und Gleichstellung der Geschlechter: Der Alsergrund als Vorreiter

Am Alsergrund tut sich viel: Hier wird Müll in umweltfreundliche Energie verwandelt, der Straßenraum neu gedacht und Gleichstellung aktiv gefördert. Der 9. Bezirk zeigt, wie moderne Stadtentwicklung für alle aussehen kann – nachhaltig, gerecht und lebenswert.

Ein Blick in den 9. zu werfen lohnt sich. Nicht nur aufgrund bekannter Persönlichkeiten, wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven oder auch Anna und Sigmund Freud.

Der Alsergrund ist ein Bezirk, in dem vieles im Aufschwung ist: Bildung, Energieversorgung und Gleichstellung. Das sind die Themen des Bezirks. In diesem Artikel erfährst du, warum der Alsergrund ganz vorne mit dabei ist.

Energie aus Abfall: Die Müllverbrennungsanlage Spittelau

Ein zentrales Projekt am Alsergrund ist die Müllverbrennungsanlage Spittelau, die nicht nur optisch auffällt, sondern allen Wiener:innen hilft. Jährlich werden dort rund 250.000 Tonnen Restmüll verarbeitet. Dabei entstehen Fernwärme für über 60.000 Haushalte und Strom für rund 50.000. Der Müll, der nicht recycelt werden kann, wird lokal und klimafreundlich in Energie umgewandelt. Die Anlage zeigt, wie Abfallverwertung Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung sein kann. Erst 2023 wurde der Anlage eine neue Großwärmepumpe hinzugefügt. Spittelau produziert seitdem noch effizientere Heizwärme.

Gleichstellung als politischer Grundsatz

Im österreichweiten Gleichstellungsindex 2025 erreichte der Alsergrund den zweiten Platz. Besonders gut schneidet der Bezirk in den Bereichen Gewaltschutz, Mobilität und Kinderbetreuung ab. Auch in den Bereichen Einkommen, Erwerbstätigkeit und Repräsentation ist der Alsergrund überdurchschnittlich. Der Bezirk macht aktiv auf frauenspezifische Ungerechtigkeiten aufmerksam. So starteten sie beispielsweise das Programm “Frau* schafft Raum”, um über Gewalt an Frauen aufzuklären. Bezirksvorsteherin Saya Ahmad sieht den guten Platz im Ranking als Ergebnis einer politischen Haltung, die Gleichstellung als Grundlage begreift:

„In Wien und besonders am Alsergrund betrachten wir Gleichstellung als ein Thema, das alle Bereiche durchdringt. Von der Kinderbetreuung und Bildung über Mobilität bis hin zur Repräsentation – Gleichstellung muss in sämtlichen Aspekten berücksichtigt werden.“ – Saya Ahmad, Bezirksvorsteherin

Die neue Fußgängerzone Servitengasse: Kinder statt Autos

Seit Ende 2023 ist die Servitengasse samt Teilen der Grünentorgasse eine verkehrsberuhigte Fußgängerzone. Im Zuge des Umbaus wurden über 330 Quadratmeter neue Grünflächen geschaffen, elf Bäume gepflanzt und 27 Sitzgelegenheiten aufgestellt. Die Servitengasse ermöglicht heuer mehr Miteinander in der Nachbarschaft und Kindern das Spielen auf der Straße, auf der vorher Autos parkten. Das Motto: Der öffentliche Raum ist nicht nur fürs Auto da, sondern vor allem für uns Menschen.

Bildung als Standortfaktor

Der Alsergrund ist einer der am stärksten akademisch geprägten Bezirke Wiens. Mehr als die Hälfte der Einwohner:innen (53 %) haben einen Hochschulabschluss, der Wiener Durchschnitt liegt bei 30 %. Die Entwicklung zeigt in den letzten Jahren klar nach oben – 2008 lag dieser Anteil noch bei 37 %. Forschung und Lehre spielen durch die Universität Wien und das AKH eine große Rolle im Bezirk.

Überdurchschnittliches Einkommen

Auch beim Nettoeinkommen liegt der Bezirk über dem Wiener Schnitt. Mit 28.455 € jährlich (Stand 2022) verdienen die Menschen am Alsergrund im Schnitt mehr als in anderen Bezirken (Wien gesamt: 26.005 €). Das spricht insgesamt für eine gute wirtschaftliche Lage.

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