Stella Maria Barghouty: Vom Krankenbett auf die Bühne

Stella Maria Barghouty war schwerkrank. Die Ärzte gaben ihr kaum Überlebenschancen. Doch die junge Sängerin hat nie aufgeben und ihre Krankheit besiegt. Heute ist sie auf den Bühnen Europas und in Social Media auf dem Weg nach oben. 

Stellas Stimme durchdringt die hohen Hallen des Wiener Rathauses. Würde man die Person auf der Bühne nicht sehen können, würde man denken: Hier ist eine erfahrene Sängerin am Werk, die durch jahrelanger Bühnenarbeit weiß, wie man selbst so große und ehrwürdige Hallen wie jene des Wiener Rathauses mit der eigenen Stimme füllt. Stella ist aber keine alteingesessene Performerin, die die Bühne des Landes wie ihre Westentasche kennt. Stella Maria Barghouty ist 14, auch wenn ihre Stimme und ihre Texte das nicht vermuten lassen.

Der Glanz und die Scheinwerfer auf der Bühne sind jedoch nur ein Teil ihrer Geschichte, die auch eine düstere Seite hat. Als Stella ein Baby war, gaben ihr Ärzte kaum Überlebenschancen.

Diagnose: Schweres Asthma

Nach der Geburt Stellas war schnell klar: Etwas stimmt nicht. Ihre Lunge funktioniert nicht so, wie sie sollte. Die Ärzte stellten die Diagnose: schweres Asthma. Ihr wisst wahrscheinlich selbst von jemanden, der Asthma hat und kennt die kleinen Inhalatoren, die sie immer eingepackt haben. Aber Asthma ist nicht gleich Asthma. Manche Asthmatiker müssen nach sportlicher Betätigung oder aufgrund von Allergie kurz zum Medikament greifen, um ihre Lunge zu beruhigen. So etwas versteht man als leichtes Asthma. Stella hatte nicht das Glück, in diese Kategorie zu fallen. Ihre Erkrankung war so stark und ihre Lunge so angegriffen, dass die Ärzte die Nachricht überbringen mussten, die keine Mutter oder Vater je hören möchte: Um ihre Tochter steht es schlecht. Ihre Überlebenschancen sind gering.

Das Leben mit der Krankheit

Aber Stella und ihre Familie gaben nicht auf, auch nach sieben Lungenentzündungen nicht. Gegen die Prognose ihre Ärzte lebte Stella, auch wenn das hieß, dass sie immer eine Beatmungsflasche bei sich haben musste. Über diese Zeit erzählt die Sängerin:

„Das alles machte mich traurig und mutlos. Dann begann ich täglich zu singen und es ging mir immer besser.“

„Singen ist ein Teil von mir“

Singen und Asthma, das geht nicht zusammen. Man braucht einen langen Atem, wenn man die richtigen Töne treffen und halten möchte. Vielleicht gerade deshalb wollte Stella singen. Es war ein Weg, dem eigenen Leiden zu entkommen. Wie erfolgreich diese Flucht sein wird, konnte sie bei ihren ersten Gesangsstunden wohl kaum ahnen.

Stella Maria bei einem Benefizkonzert

Durch Gesangsübungen und Atemtechniken wurde ihre Lunge stärker. Anfangs war die Symptombekämpfung ein schöner Nebeneffekt für ein schönes Hobby. Doch bald zeigte sich, dass hier mehr im Gange war. Nicht nur wurde Stellas Stimme kräftiger, sondern auch ihre Lungenfunktion verbesserte sich rapide. Ihr ganzes Leben galt sie als schwerkrank. Durch das Singen veränderte sich Leben und heute lebt die Sängerin (fast) beschwerdefrei. 

„Ich hab das Asthma weggesungen. Ich wollte immer singen und deshalb habe ich unzählige Stunden damit verbracht. Singen ist ein Teil von mir und irgendwie hat meine Leidenschaft mich gerettet.“

Für die behandelten Ärzte ist Stella ein Ausnahmefall. Zwar ist bekannt, dass Atemtraining die Funktion der Lunge verbessern kann, jedoch ist das Ausmaß, in dem das bei Stella funktioniert hat, beinahe einmalig.

Raus in die Welt

Stellla wollte aber nicht nur in den eigenen vier Wänden singen. Sie wollte auf Bühnen stehen und ihre eigenen Songs schreiben. Mit Ehrgeiz und Leidenschaft arbeitete sie an ihrer Stimme und ihrem Gespür für Musik. Auf diesem Weg hatte sie viele Menschen, die sie begleiteten. Eng arbeitet sie mit Geschwistern Fartacek zusammen, die mit ihrer Band Mynth durch die Welt touren.

„Ohne Giovanna Fartacek und dem grandiosen Mario Faratacek wäre ich nicht da, wo ich jetzt sein darf.“, erzählt Stella Barghouty.

Mit der Arbeit kommt der Erfolg

Die harte Arbeit machte sich bezahlt. Stella sang auf den großen und kleinen Bühnen Österreich und Deutschlands, sie war bei Castings-Shows wie Voice Kids erfolgreich und wurde sogar in Fernsehen zur Barbara Karlich Show eingeladen. Auch auf Social Media (Youtube/TikTok) ist die junge Sängerin erfolgreich. Allein auf Instagram hat sie bereits über 19.000 Follower.

Ihr Fokus für die nächsten Jahre: Musik schreiben und Konzerte spielen. In ihrer Single „breathless“ verarbeitet Stella den Kampf gegen ihre Krankheit und ihre Leidenschaft fürs Singen. Das Konzert im Wiener Rathaus war eines der Highlights ihrer jungen Karriere. Der Grund dafür ist nicht nur das ehrwürdige Gemäuer des Rathauses, sondern besonders der Hintergrund des Konzerts. Es war ein Benefizkonzert für die österreichische Lungenunion, ein Verein, der sich für Menschen mit Asthma und anderen Lungenkrankheiten einsetzt.

„Nach dem Konzert kamen Kinder auf mich zu, die mich umarmt haben und mich gefragt haben, wie ich es mit meiner Krankheit geschafft habe, jetzt so zu singen. Das war wunderschön. Es war wunderschön, etwas zurückgeben zu können. Ich sehe mich aber auch als Botschafterin für die Message “Man kann sein Leiden besiegen”. Dafür will auch auftreten und das weiter verbreiten.“

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