Das niederländische Start-up „The Great Bubble Barrier“ holt seit 2017 Tonnen von Plastik aus Flüssen. Wie sie das machen? Ganz einfach: Sie erzeugt eine Barriere aus Luftblasen. Während Fische und andere Flussbewohner ganz einfach hindurchschwimmen können, wird Plastikmüll aufgefangen.
Alles begann im November 2017. Denn da installierte das in Amsterdam ansässige Start-up die erste „Bubble Barrier“ im Fluss IJssel. Ganze sieben Jahre dauert die Entwicklung.
Inzwischen kann die Filteranlage selbst mikroskopische Plastikstücke mit einem Durchmesser von einem Millimeter aus dem Wasser entfernen. Derzeit erforscht das Start-up, ob sich noch kleinere Plastikpartikel, also unter 0,05 Millimeter, mit der Luftbarriere herausfiltern lassen.
Wie genau funktioniert die „Bubble Barrier“?
Die Technik hinter den Luftbarrieren ist so einfach wie genial: Rohre am Fluss- oder Kanalboden pumpen Luft ins Wasser. Dabei sind die Rohre so angeordnet, dass sie einen Luftstrom erzeugen, der das aufgefangene Plastik in ein Sammelbecken treibt.
Dort wird der Müll dann sortiert und kann anschließend ordnungsgemäß entsorgt werden. Das ist relativ energiesparend und schade weder den Fischen und Flusstieren, noch der Pflanzen.
Fast 80 Prozent des Plastiks im Meer stammt aus Flüssen
Die Technologie reinigt nicht nur Flüsse, sondern leistet auch einen Beitrag zu sauberen Weltmeeren. Denn etwa 80 Prozent des Plastiks im Meer stammt aus Fließgewässern. Laut der Initiative “Plastic Ocean” werden jährlich 10 Millionen Tonnen Plastik ins Meer gespült. Das ist eine Lastwagenladung voll pro Minute. Allein die 10 größten Flüsse schwämmen rund 4 Millionen Tonnen ins Meer.
Welch gravierende Folgen die Verschmutzung der Weltmeere bereits angenommen hat, zeigt der “Great Pacific Garbage Patch”. Ein Müllteppich vor der Küste Hawaiis, der knapp 1,6 Millionen Quadratkilometer groß ist. Das ist dreimal so groß wie Frankreich.
Test-Studie: 85 Kilogramm Plastik pro Monat aus Fluss entfernt
In einem sechsmonatigen Test in Amsterdam konnte eine Luftblasen-Filteranlage etwa 85 Kilogramm Plastik pro Monat aus dem Wasser entfernen. Hochgerechnet wäre das mehr als eine Tonne Plastikmüll pro Jahr – mit nur einer Anlage in einem Fluss. Dies ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Menschen gut. Denn der Müll schade auch uns Menschen. Fische und andere Meeresbewohner nehmen Mikroplastik auf. Wenn wir diese dann essen, gelangt das Mikroplastik in unseren Körper. Dort kann es unter anderem hormonelle Veränderungen verursachen.

Die Idee aus den Niederlanden ist vielversprechend. Denn sie könnte in Zukunft dazu beitragen, dass die Meere etwas sauberer und etwas gesündere Menschen werden.




