Voller Erfolg: Portugal testet 4-Tage-Woche

photo of train in railroad

Im Juni begann in Portugal ein Testlauf für die 4-Tage-Woche. 39 Firmen machen mit, darunter 12, die schon früher mit kürzeren Arbeitszeiten experimentiert haben. Ziel des Tests: wie wirkt sich die 4-Tage-Woche auf die körperliche und geistige Gesundheit der Arbeitnehmer:innen, den Erfolg der Firmen und die Wirtschaft aus. Die bisherigen Ergebnisse sehen sehr gut aus.

Während in Deutschland gerade 50 Firmen die 4-Tage-Woche testen, läuft in Portugal ein ähnlicher Test schon fast 4 Monate lang. 39 Firmen haben sich dazu verpflichtet, kürzere Arbeitszeiten einzuführen und dabei ihren Mitarbeiter:innen trotzdem das volle Gehalt auszuzahlen. 

Die Unternehmen arbeiten nach dem 100-80-100 Modell. Das heißt: Die Arbeiter:innen bekommen 100 % des Gehalts. Arbeiten nur 80 % der Zeit, aber bringen trotzdem 100 % der Leistung. Alle teilnehmenden Firmen haben sich freiwillig für das Programm angemeldet. Der Staat zahlt ihnen kein Geld dafür. Deswegen können sie auch jederzeit zur normalen Arbeitszeit zurückkehren, wenn sie wollen. Doch allen Anschein nach wollen sie das nicht. Denn das Modell funktioniert. 

Gesunde und zufriedene Arbeitnehmer:innen durch die 4-Tage-Woche

Die Arbeitnehmer:innen sind zufriedener, entspannter und leisten dennoch dieselbe Arbeit. Denn durch den zusätzlichen freien Tag sind sie ausgeruhter. Studien legen nahe, dass das die Konzentration steigt und mit ihr die Kreativität der Angestellten. Zusätzlich gehen die Krankentage zurück. Kein Wunder: eine gesunde Work-Life-Balance trägt zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei.   

„Portugal geht einen weiteren Schritt in die Zukunft der Arbeit. Das Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche geht davon aus, dass die Work-Life-Balance entscheidend ist, um Arbeitnehmer:innen anzuziehen und die Produktivität und Innovation zu verbessern. Die Zukunft gehört denen, die die besten Arbeitskräfte mit starken Fähigkeiten und einem höheren Maß an Zufriedenheit in einem global wettbewerbsfähigen Markt anziehen können, in dem Talent und Menschen die besten Ressourcen sind.“ so Ana Mendes Godinho, portugiesischen Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit. 

Das Projekt wird zusammen mit der gemeinnützigen Organisation “4-Day-Week-Global” durchgeführt, die ihre Kenntnisse teilt und bei der Umsetzung hilft. Ähnliche Tests laufen gerade auch in Südafrika, Australien, Neuseeland, Irland, Brasilien, den USA und den Niederlanden.

Produktion, Verkauf und Kindertagesstätten: Die 4-Tage-Woche funktioniert in vielen unterschiedlichen Bereichen, wie der Test zeigt

Die teilnehmenden Firmen kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Darunter Herstellung und Produktion, Verkauf und gemeinnützige Organisationen. Auch eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie eine Stammzellenbank machen bei dem Test mit.

Der Hauptgrund für die Teilnahme der meisten Unternehmen sei, den Stress und die Gefahr von Burnout bei den Arbeitnehmer:innen zu verringern und die Bindung der Mitarbeiter:innen zu stärken.

Das Projekt wird vom Wirtschafts-Professor Dr. Pedro Gomes und Dr. Rita Fontinha, Professorin für strategische Führung, geleitet. Sie begleiten die Tests und beobachten, wie sich die Unternehmen wirtschaftlich entwickeln und welche gesellschaftlichen Auswirkungen die 4-Tage-Woche hat. 

„In den letzten 30 Jahren hat sich in der Gesellschaft so viel verändert: die Technologie, die wir verwenden, die Geschwindigkeit, mit der wir kommunizieren, die Arten von Jobs, die wir machen, die Länge unseres Lebens oder die Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Aber wir organisieren die Arbeit immer noch auf die genau gleiche Weise. Wir glauben, dass die Vier-Tage-Woche eine effizientere und nachhaltigere Art ist, Arbeit im 21. Jahrhundert zu organisieren, und dass sie gegenseitige Vorteile für Arbeitnehmer:innen, Unternehmen und die Wirtschaft bringt“, erklären die Leiter des Projekts, Dr. Pedro Gomes und Dr. Rita Fontinha den Test.

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